Libcice an der Moldau
Die Stadt liegt nordwestlich von Prag tief im Moldautal, das von markanten Felsen umschlossen wird. Heute leben hier 3200 Einwohner. Die Besiedlung des Gebietes begann schon in der Urzeit. Die erste urkundliche Erwähnung im Grundbuch des Břevnov - Klosters stammt aus dem Jahre 993. Der knotige Zweig im Stadtwappen erinnert an die Geschichte der Stadt. Später gehörte Libčice zum Zbraslav-Grossgrundbesitz. Libčice an der Moldau ist aus drei ursprünglichen Ortschaften entstanden. Durch den Bau der Eisenbahn in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts stieß die Industrie auch in die bis dahin nur landwirtschaftlich genutzten Gebiete vor. Eine lange Tradition hat das Kirchweihfest in Libčice, das jedes Jahr am ersten Wochenende nach dem Festtag des Hl.Bartholomeus stattfindet (24. August). An vielen Plätzen der Stadt wird ein reichhaltiges kulturelles Programm geboten.
Katholische Kirche zum Hl. Bartholomeus
Die Kirche zum Hl. Bartholomeus wurde in den Jahren 1763 bis 1766 auf dem
Platz der ursprünglich romanischen und danach gotisch umgebauten Kirche errichtet.
Sie wurde im Jahre 1769 eingeweiht. Die Gemälde erinnern an die Folterung
des Hl. Bartholomeus, an den Hl. Josef, an die Heiligen Cyrill und Method,
den Hl. Wenzel und den Hl. Johann von Nepomuk. Die Bartholomeus-Glocke hat
bis in unsere Zeit alle Kriege, in denen andere Glocken konfisziert wurden,
überlebt. Die Kirche steht unter Denkmalschutz
Christus-Statue
am katholischen Friedhof
Der ursprüngliche katholische Friedhof befand sich neben der Kirche. Im Jahre
1854 wurde der neue Friedhof angelegt. Seine Sehenswürdigkeit und ein bildhauerisches
Kunstwerk ist eine Christus-Statue in Überlebensgrösse, welche eine der Grüfte
schmückt. Schöpfer der Statue ist der bekannte Bildhauer Frantiąek Bílek.
Evangelische Kirche
Der Grundstein wurde im Jahre 1863 gelegt. Im Jahre 1867 wurde die böhmisch-brüderliche
Kirche eingeweiht. Die Kirche ist im Stil des damaligen Historismus gebaut.
An der Stirnwand ist eine Platte mit einem Relief von Jan Hus. Das Innere
ist schlicht und einfach, es entspricht der calvinischen Frömmigkeit.Dieser
Kirche wurden viele weitere Gemeinden zugewiesen, denn sie ist einzige böhmisch-brüderliche
evangelische Kirche in der Umgebung. Der evangelische Friedhof wurde schon
vor der Entstehung der Kirche ausserhalb des bewohnten Stadtgebiets angelegt.
Inmitten
eines naturbelassenen Areals befindet sich ein Schwimmbecken von 50 Metern
Länge mit einem eigenen Kinderbassin. Weiters gibt es Sport- und Erholungsmöglichkeiten
verschiedener Art.
Fähre
Eine Fähre verbindet Libčice an der Moldau mit dem rechten Ufer des Flusses.
Sie ist eine der letzten Fähren, die am Unterlauf der Moldau erhalten sind.
Sie verkehrt regelmässig, auch Samstag und Sonntag. Die Wege am rechten und
linken Moldauufer in romantischer und ruhiger Lage laden zu Fuss-und Fahrradausflügen
ein.
Wasserkraftwerk Libčice - Dolany
Am linken Moldauufer wurde im Jahre 1998 ein modernes Wasserkraftwerk im Betrieb
genommen. Es nutzt das hydroenergetische Potential des Flusses. Die technologische
Ausstattung besteht aus zwei horizontalen Kaplanturbinen. Die Umgebung des
Wasserkraftwerkes ist naturgerecht angelegt und dient als Erholungsraum.
Wie kommen Sie nach Libčice an der Moldau?
Mit dem Auto von Prag 6 - Dejvice in Richtung Roztoky oder in Richtung Kralupy
an der Moldau. Mit dem Zug von Prag Masaryk - Bahnhof in Richtung Kralupy
an der Moldau. Zu Fuss oder mit dem Fahrrad von Prag - Trója längs des rechten
Moldauufers zur Fähre oder wie mit dem Auto.

